Nach wie vor: Lockdown in allen Kindertagesstätten und Schulen des Kreises Gütersloh

Nachdem am 16.06.2020 mehrere hundert Mitarbeiter in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, schloss der Kreis Gütersloh alle Schulen und Kitas im gesamten Kreisgebiet. Wie in den Monaten vorher gibt es nur eine Notbetreuung. Von heute auf Morgen waren die Familien wieder auf sich allein gestellt, um mit der unvorhergesehenen Situation fertig zu werden. Eine sachlich fundierte Begründung für diese harte Maßnahme gibt es bisher weder vom Kreis Gütersloh noch vom Land Nordrhein-Westfalen. Bis heute ist nicht klar, welche Kindertagesstätten und Schulen von dem Ausbruchsgeschehen überhaupt konkret betroffen waren oder sind.

Dazu Marion Weike, Landratskandidatin der SPD im Kreis Gütersloh:

„Wir werden – bis ein Impfstoff gefunden ist – noch etliche Zeit mit dem Corona-Virus und seinen Gefahren leben müssen. Schulen und Kindertagesstätten haben zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus bereits umfassende Hygienemaßnahmen und -regeln getroffen.“ Die langjährige SPD-Bürgermeisterin von Werther besteht für die Zukunft auf nachvollziehbare und sachgerechte Handlungskonzepte auf Kreisebene, wenn es zu Infektionen gekommen ist. Konkret, wenn Kinder, die Schulen oder Kitas besuchen, mit dem Corona-Virus infiziert sind, müssen zeitnah alle anderen Kinder und Beschäftigten in der betroffenen Gruppe bzw. Klasse kostenfrei getestet werden. Um dies zu bewältigen zu können muss für jede Kommune, für jede Schule und Kindertagesstätte im vorhin klar sein, wer die Testungen vornimmt und wem die Ergebnisse gemeldet werden. Im Idealfall werden die Testungen in den Kindertagesstätten und Schulen durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes durchgeführt. „Schnelles Handeln uns schneller Informationsfluss sind grundlegende Elemente während der Corona-Krise. Berufstätige Eltern müssen schnellst möglich von einer drohenden Schul- oder Kitaschließung informiert werden, um sich darauf einstellen zu können. Wobei der Anspruch auf Notbetreuung für Kinder aus Familien, für die keine Quarantäne angeordnet wird, vom Interesse der Familien anstelle des ausgeübten Berufes der Eltern steht. Hilfreich wäre eine unabhängige Clearingstelle die Feststellung des Betreuungsbedarfs eingerichtet werden müsste.“, betont Marion Weike nachdrücklich.

Abschließend fordert die Sozialdemokratin für alle Schulen, wenn es zu Schließungen von Klassen oder gar der ganzen Schule kommt, verbindliche Konzepte für das Homeschooling. Wobei Weike großen Wert darauf legt, dass es durch Homeschooling nicht zu Benachteiligungen im Bildungsweg kommen darf. Sie schlägt bei der Erstellung der Handlungskonzepte eine Zusammenarbeit der Eltern- und Schülervertretungen, aber auch die der Kommunen im Kreis Gütersloh vor.