NGG und SPD Kreisverband rufen zur Kundgebung vor der Kreistagssitzung auf

Seit Jahren arbeiten tausende Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen in der Fleischindustrie. Die Mängel und Probleme wurden vielfach benannt, aber auch ignoriert: Leben in überteuerten Massenunterkünften, Verdienst am Existenzminimum oder gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen. „Wer die Mängel benennt oder es wagt seine Arbeitnehmerrechte einzufordern, wird kurzer Hand entlassen. Die Sub- Sub- Sub-Unternehmer werden immer jemanden finden, der für wenig Geld hart arbeitet“, beschreibt Armin Wiese von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten die Situation der Werkvertragsbeschäftigten.

Tönnies, der Ministerpräsident Armin Laschet, als auch der Landrat Sven-Georg Adenauer hätten die Verantwortung für den Corona-Ausbruch bei Tönnies gerne auf diejenigen geschoben, die sich am leichtesten ersetzen lassen und die systemischen Probleme ignoriert. „Es ist zynisch, das sprunghafte Ausbruchsgeschehen auf das Verhalten einzelner Menschen zu reduzieren. Die Fehlinformation, die Arbeiter hätten das Virus von ihrem Wochenendbesuch ihrer Heimatländer mitgebracht, ist bitter und beschämend. Vor allem die Firma Tönnies muss das Geschehen nun aufklären und gegebenenfalls auch für die Kosten und wirtschaftliche Schäden haftbar gemacht werden“, formuliert Thorsten Klute, Vorsitzender der Kreis SPD seinen Protest.
Die zuständigen Behörden, die schließlich der Landesregierung unterstellt sind, müssen sich fragen lassen, warum sie aus den Vorkommnissen bei Westfleisch keine Konsequenzen gezogen haben. Stattdessen wurde die Tönnies-Firmenleitung als Sachverständige in den Krisenstab des Kreises Gütersloh berufen. Ihren Beteuerungen, man habe ein ausreichendes Hygienekonzept mit einem eigenen „Corona-Test-Zentrum“ wurde geglaubt. Die wochenlange Erzählung, man habe nur wenige Infektionen festgestellt, wurde weder überprüft noch hinterfragt.

Wir wollen dem Landrat deutlich machen, dass wir dieses Vorgehen nicht tolerieren, und unseren Protest an ihn adressieren.

Daher laden wir alle Interessierten zur Kundgebung im Vorfeld der Sondersitzung des Kreistags am Dienstag, 23.6.2020, um 18.30 Uhr, auf dem Theodor-Heuss-Platz (vor dem Eingang zur Stadthalle, wo die Kreistagssitzung stattfindet) ein. Die Kundgebung wird organisiert von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und dem SPD Kreisverband Gütersloh.

Hier ist der Flyer zu unserer Kundgebung: T__nnies_Kundgebung_23.6_.2020_

An alle Teilnehmer*innen: Sicherheitsabstand und Masken nicht vergessen!